Reguly

PPWR Art. 7

Jeder PCR-Wert mit Herkunft, Beleg und Ablaufdatum.

Reguly führt den Rezyklatanteil je Verpackungskomponente, ordnet ihn einer der vier Materialklassen aus Art. 7 zu und prüft ihn gegen die Quoten für 2030 und 2040.

Rezyklatanteil-Tracking in Reguly: Kennzahlen zum Quotenstatus und je Komponente PCR-Anteil, Zielwert, Zertifikat, Lieferant und Gültigkeit
Rechtsgrundlage
PPWR Art. 7, Anhang II
Materialklassen
4
Quoten ab 2030
30 / 10 / 30 / 35 %
Quoten ab 2040
50 / 25 / 65 / 65 %

Ausgangslage

Den echten Rezyklatanteil kennt nicht dein Haus, sondern dein Lieferant

Art. 7 verlangt einen Mindestanteil an Post-Consumer-Rezyklat in jedem Kunststoffanteil — nachzuweisen nach Anhang VII. Der Wert entsteht aber weit vor deiner Abfüllanlage, beim Materialhersteller. Und er ist keine Konstante.

  • Post-Consumer heißt Post-Consumer: Verschnitt aus der eigenen Fertigung zählt nicht — eine Verwechslung, die eine ganze Nachweiskette wertlos macht.
  • PCR-Anteile schwanken je Charge. Ein Wert ohne Gültigkeitszeitraum ist im Audit ein Wert ohne Aussage.
  • Zertifikate liegen als PDF im Postfach des Einkaufs, der Prozentwert in einer Tabelle bei Packaging — und niemand merkt, wenn eines ausläuft.

Zeitachse

Warum 2030 heute schon ein Datenproblem ist

Die harten Quoten greifen erst 2030 — davor liegen die Termine, die entscheiden, wie gerechnet wird. Reguly setzt vor 2030 die geltende Schwelle auf null, richtet die Warnung aber schon am 2030er-Ziel aus.

  1. bis 31. Dezember 2026

    Die Berechnungsmethode kommt

    Der Durchführungsrechtsakt zur Berechnungs- und Verifizierungsmethode (Art. 7 Abs. 8); anzuwenden ist sie ab 2029 (Abs. 11). Bis dahin gibt es keine EU-einheitliche Rechenregel — wohl aber die Pflicht, die Datenbasis aufzubauen.

  2. 1. Januar 2030

    Erste Mindestquoten

    30 Prozent für kontaktempfindliche PET-Verpackungen, 10 für kontaktempfindliche aus anderen Kunststoffen, 30 für Einweg-Getränkeflaschen, 35 für alle übrigen (Art. 7 Abs. 1). Maßgeblich ist der Durchschnitt je Fertigungsbetrieb und Jahr.

  3. 1. Januar 2040

    Die Quoten steigen

    Dieselben vier Kategorien, neue Werte: 50, 25, 65 und 65 Prozent (Art. 7 Abs. 2). Für zwei davon fast eine Verdopplung — mit Vorlaufzeiten, die in Materialentscheidungen von heute gehören.

So arbeitest du damit

01

Komponenten aus den Stammdaten holen und einordnen

Der PCR-Anteil hängt nicht am Produkt, sondern an der einzelnen Komponente. Aus den Stammdaten kommt die Liste der Kunststoffteile; jedes ordnest du einer der vier Materialklassen aus Art. 7 zu. Die Klasse steuert alles Weitere — sie bestimmt die geltende Quote.

Produktliste in Reguly mit GTIN je Produkt — Grundlage für die Zuordnung der Verpackungskomponenten
02

Den Wert beim Lieferanten anfragen statt ihn zu schätzen

Reguly rät im leeren Zustand ausdrücklich davon ab, PCR-Werte zu schätzen — sie kennt nur dein Materiallieferant. Die Anfrage geht strukturiert raus: PCR-Anteil, Recyclingmethode, Zertifikat. Der Lieferant antwortet in ein Formular, nicht in eine Mail.

Lieferantenliste in Reguly mit Material-Gruppen und offenen Datenanfragen je Lieferant
03

Die Antwort wird zum Eintrag — mit Beleg und Gültigkeit

Aus der Antwort entsteht der Eintrag: Komponente, Materialklasse, Recyclingmethode, PCR-Anteil, Zertifikatsschema, Lieferant und Gültigkeitszeitraum. Als Schema stehen EuCertPlast, ISCC PLUS, RecyClass, REDcert², CertiPlast und Bureau Veritas RCS zur Wahl. Neben dem Prozentfeld zeigt eine Badge schon beim Tippen die Lücke zur nächsten Quote.

Daten-Hub in Reguly mit der Vollständigkeitsanzeige und dem globalen Data Pool, über den Lieferantenantworten in die Module laufen
04

Status lesen, Lücken abarbeiten, Nachweis ablegen

Jede Zeile trägt einen von drei Status: Quote erfüllt, knapp oder unter Schwelle; dieselben Werte stehen als Kennzahlen darüber. Läuft ein Zertifikat in weniger als 60 Tagen aus, hebt das Modul das Datum hervor. Der CSV-Export führt Status, Schwellen und Stichtage mit, der PDF-Bericht wandert versioniert in den Vault.

Compliance-Vault in Reguly mit den Kennzahlen zu aktiven und ablaufenden Dokumenten — hier landet der PDF-Bericht

Häufige Fragen

Zählt Produktionsabfall auf die Quote?

Nein. Art. 7 meint ausschließlich Post-Consumer-Rezyklat, also Material aus der Verwertung von Verbraucher-Kunststoffabfällen. Pre-Consumer-Verschnitt aus der eigenen Fertigung zählt nicht. Trag im Feld „PCR-Anteil" nur den Wert ein, den dein Lieferant als Post-Consumer ausweist.

Muss jede einzelne Verpackung die Quote erreichen?

Nein. Maßgeblich ist der Durchschnitt je Kunststoffanteil, Verpackungsart und Fertigungsbetrieb pro Jahr (Art. 7 Abs. 1). Das Modul führt die Einzelnachweise je Komponente; die verbindliche Durchschnittsberechnung nach der EU-Methode bleibt bei dir.

Was bedeutet der Status „Knapp / Lead-Time"?

Wenn ein Wert weniger als 5 Prozentpunkte unter der geltenden Schwelle liegt — oder die aktuelle Quote zwar erfüllt, dem nächsten Meilenstein aber ebenso nah kommt. Der Puffer ist eine Frühwarnung, keine gesetzliche Toleranz.

Gibt es Verpackungen, für die die Quote nicht gilt?

Ja. Art. 7 Abs. 4 nimmt unter anderem Arzneimittel-Primärverpackungen, kontaktempfindliche Verpackungen von Medizinprodukten, kompostierbare Kunststoffverpackungen und Gefahrgutverpackungen aus; nach Abs. 5 zusätzlich Kunststoffanteile unter 5 Prozent des Gesamtgewichts. Die Einordnung bleibt deine Entscheidung.

Erst wissen, dann rechnen

Fünf Fragen zeigen dir, welche PPWR-Pflichten dein Sortiment treffen und welcher Stichtag zuerst kommt — kostenlos und ohne Anmeldung.